Der Aussage „Gewalt an älteren Menschen ist eine Menschenrechtsverletzung“ werden sicher alle Befragten zustimmen können. Die Frage, was unter Gewalt verstanden wird, ist schon schwieriger zu beantworten. Und dass es Gewalt an älteren Menschen dort gibt, wo sie sich Geborgenheit und Unterstützung erwarten, also in der Familie und in Alten- und Pflegeheimen, können bzw. wollen viele nicht wahrhaben.


Es wird nicht offen darüber gesprochen, daher verfügen wir über wenig gesicherte Daten über die Häufigkeit von Gewalt. Es ist allerdings von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, weil viele Handlungen und Maßnahmen nicht als Gewalt betrachtet werden und somit als solche auch nicht erfasst sind. Das darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass es ein breites Spektrum an Handlungen gibt, durch die ältere Menschen gekränkt, verletzt und geschädigt werden, und dass eine Vielzahl von gesellschaftlichen Normen und organisatorischen Regelungen Prozesse und Verhaltensweisen auslösen, die zu Gewalt führen.


Es besteht eine enge Verschränkung zwischen der personellen (direkte Gewalt) und strukturellen (indirekte Gewalt) Ebene.


Auf der Ebene der personellen Gewalt lassen sich Handlungen und Unterlassungen durch Einzelpersonen an alten Menschen feststellen, TäterInnen und Opfer sind identifizierbar. Körperliche und psychische Misshandlungen, finanzielle Ausbeutung, sexuelle Übergriffe, Einschränkung des freien Willens oder Vernachlässigung von hilfebedürftigen Menschen sind Formen direkter Gewalt.


Auf der Ebene der strukturellen Gewalt tritt niemand in Erscheinung, der einen anderen Menschen direkt schädigt. Gewalt ist in den gesellschaftlichen und institutionellen Strukturen verankert, verbirgt sich hinter Normen und Regelungen und ist nicht an konkrete handelnde Personen gebunden.


Im Gegensatz zur personellen Gewalt mit gewaltvollen und gewaltfreien Phasen handelt es sich hier um eine ständig wirkende Gewalt ohne konkrete „Täterinnen oder Täter“. Bei der Formulierung widersprüchlicher Gesetze, beim Verordnen
starrer Regeln und bei der gedankenlosen Umsetzung inhumaner Vorschriften

 

Wie bekomme ich professionelle Unterstützung?

Beratung und Unterstützung in OÖ


➤ Opfer-Notruf (österreichweit, rund um die Uhr) Kostenfreie, juristische und psychologische Beratung des Weissen Rings für Opfer von Straftaten, Tel. 0800/112-112

➤ Weisser Ring, Landesleitung OÖ, Tel. 0699/13 43 40 04

➤ Gewaltschutzzentrum OÖ, Tel. 0732/60 77 60

➤ Servicestelle Pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege, 4020 Linz, Bethlehemstraße 56 – 58, Tel. 0676/87 76 24 40 Psychosoziale Beratung im Raum Linz und Grieskirchen unter Tel. 0676/87 76 24 41

➤ Krisenhilfe OÖ (rund um die Uhr), Tel. 0732/21 77

➤ Frauenhaus Linz, ambulante Beratung/Information zu häuslicher Gewalt. Bei Bedarf Vermittlung zu den regionalen Frauenhäusern Innviertel, Steyr, Vöcklabruck und Wels, Tel. 0732/60 67 00

➤ Männerberatung der Diözese, Tel. 0732/77 36 76 und des Landes OÖ, Tel. 0732/60 38 00 (mit regionalen Beratungsangeboten)

➤ Frauenhelpline gegen Männergewalt (kostenlos, rund um die Uhr, mehrsprachiges Beratungsangebot), Tel. 0800/222 555

➤ Pflegetelefon, Tel. 0800/20 16 22

➤ Telefonseelsorge-Notruf – aktuelle Krisenhilfe, rund um die Uhr, Tel. 142

➤ Polizei-Notruf 133 sowie jede örtlich zuständige Polizeiinspektion

➤ Kriminalpolizeiliche Beratung OÖ, Tel. 05 9133-0

➤ Euro-Notruf 112

➤ Pro Senectute/Beratungstelefon, Tel. 0699/11 20 00 99

➤ Volkshilfe OÖ, Tel. 0732/3405 0

 

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