Betroffene und Angehörige, wenn aufgrund von Behinderung oder Erkrankung die Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt ist. Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung oder intellektuellen Beeinträchtigung bestimmte Dinge nicht entscheiden können, brauchen nicht selten eine rechtliche Stellvertretung.


Ein/e ErwachsenenvertreterIn vertritt dann Betroffene z.B. vor Ämtern und Behörden, beim Abschluss von Verträgen, bei der Regelung der Finanzen oder bei der Absicherung einer angemessenen Wohnsituation. Rund 1.170 Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher werden von VertretungsNetz direkt vertreten. „Wir bieten aber auch individuelle Beratung für alle Betroffenen an und schulen Angehörige, die eine Erwachsenenvertretung für einen nahestehenden Menschen übernehmen wollen“, erzählt Thomas Berghammer, bei VertretungsNetz zuständiger Bereichsleiter für Oberösterreich.

 

Vorsorgevollmacht 123rf Dmitrii Shironosov
Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie bestimmen, wer für Sie entscheiden darf, wenn Sie selbst einmal nicht mehr in der Lage dazu sind. | © 123rf_Dmitrii-Shironosov

 

Erwachsenenschutzgesetz
„Mit Inkrafttreten des neuen Erwachsenenschutzgesetzes haben wir zusätzliche Aufgaben übernommen. Betroffene und Angehörige können nun bei VertretungsNetz direkt eine gewählte oder eine gesetzliche Erwachsenenvertretung eintragen und registrieren lassen.“ Nur gerichtliche Erwachsenenvertretungen (das Nachfolgemodell der früheren Sachwalterschaft) werden weiterhin nur vom Gericht ausgesprochen.

„Vor jeder gerichtlichen Erwachsenenvertretung führen wir im Auftrag des Gerichts ein ,Clearing‘ durch. Wir erheben das soziale Umfeld der betroffenen Person und klären ab, ob es eine Alternative zu einer gerichtlichen Erwachsenenvertretung gibt, die mehr Selbstbestimmung über das eigene Leben lässt“, beschreibt Berghammer einen weiteren wichtigen Arbeitsschwerpunkt des Vereins.

Auch wenn schon Unterstützung benötigt wird, muss es also nicht gleich zu einer gerichtlichen Erwachsenenvertretung kommen. „Ist die Entscheidungsfähigkeit bereits eingeschränkt, etwa durch eine beginnende Demenz¬erkrankung, sollte man aber nicht zu lange warten und möglichst rasch eine ‚gewählte Erwachsenenvertretung‘ errichten. Denn bei dieser Vertretungsvariante kann man sich selbst noch aussuchen, wer stellvertretend Entscheidungen treffen darf“, rät Berghammer.

 

Vorsorgevollmacht
Auch Menschen ohne Beeinträchtigung sollten rechtzeitig vorsorgen. Eine Vorsorgevollmacht regelt, wer sich im Fall des Falles um Wohnung, Versicherung, Bankgeschäfte oder Pflegeleistungen kümmern soll. Voraussichtlich ab Juli 2021 bietet VertretungsNetz in eingeschränktem Ausmaß und einfacher Form auch die Errichtung von Vorsorgevollmachten an.

 

Vorsorgevollmacht – Wissenswertes
Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie bestimmen, wer für Sie entscheiden darf, wenn Sie selbst einmal nicht mehr in der Lage dazu sind. Dies betrifft etwa Bereiche wie Wohnungsangelegenheiten, Versicherungsfragen, Bankgeschäfte oder Betreuung und Pflege. Was wie geregelt werden soll, entscheiden Sie selbst.

  • Um eine Vorsorgevollmacht zu errichten, müssen Sie entscheidungsfähig sein und das 18. Lebensjahr vollendet haben.
  • Die Vorsorgevollmacht wird erst dann wirksam, wenn Ihre Entscheidungsfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankung oder intellektueller Beeinträchtigung eingeschränkt ist.
  • Die Vollmacht wird persönlich und in schriftlicher Form errichtet.
  • Alle errichteten Vorsorgevollmachten werden im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) eingetragen und gespeichert.
  • AnsprechpartnerIn für die Errichtung sind NotarInnen, RechtsanwältInnen oder ein Erwachsenenschutzverein.

 

VertretungsNetz bietet ab Juli 2021 die Errichtung von Vorsorgevollmachten an – allerdings nur in einfacher Form. Wenn Sie EigentümerIn von Grundstücken, Wohnungen oder sonstigen Liegenschaften sind, Vermögenswerte im Ausland besitzen oder Anteile an einem Unternehmen oder einer Landwirtschaft haben, wenden Sie sich bitte an eine/n Rechtsanwalt/-anwältin oder NotarIn, die auf komplexere rechtliche Angelegenheiten spezi¬alisiert sind.

 

Vertretungsnetz OÖ
Neben den 85 hauptberuflichen verstärken derzeit 128 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Teams der fünf oberösterreichischen Standorte. Der Verein sucht laufend weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ganz Oberösterreich. Details für Interessierte gibt es unter www.vertretungsnetz.at/Jobs.

Auf unserer Webseite www.vertretungsnetz.at finden Sie weiterführende Informationen zum Thema Erwachsenenvertretung sowie unsere Kontaktdaten und Beratungszeiten an den fünf Standorten in Oberösterreich: Linz, Wels, Steyr, Vöcklabruck und Ried im Innkreis.

 

Leistungsangebote

  • Beratungen, telefonisch oder persönlich
  • Schulungen für Interessierte oder Betroffene
  • Registrierung von gesetzlichen oder gewählten Erwachsenen¬vertretungen
  • Ab Mitte 2021: Errichtung von Vorsorgevollmachten in eingeschränktem Ausmaß und einfacher Form

 

VertretungsNetz Standorte in Oberösterreich

Linz, 4020, Hasnerstraße 4
Tel. 0732 / 65 65 10
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Wels, 4600, Fabrikstraße 12
Tel. 07242/ 687 87
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Steyr, 4400, Tomitzstraße 1/1
Tel. 07252 / 417 78
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Ried, 4910, Stelzhamerplatz 8/2
Tel. 07752 / 815 76
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Vöcklabruck, 4840, Stadtplatz 30/2 Tel. 07672 / 270 87
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Auch die Webseite des Justiz¬ministeriums bietet zum Erwachsenenschutz unter www.justiz.gv.at im Bereich Service Informationen und Broschüren zum Thema an.

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